Das Flair der Epoche
Die Vorbereitung auf den Großen Ball
I. Die Helmhalle im Alten Eichamt
Unsere historische Bühne
II. Ein Saal mit Weitblick
Architektur & Charakter
III. Der Ort der Vorbereitung
Perfekte Bedingungen für den Tanz
IV. Die Kunst des Tanzens
Vom Nürnberger Trichter zur Anmut
V. Das Woher und Warum
Historische Tiefe verstehen
VI. Wahres Taktgefühl
Der Mut zur echten Begegnung
I. Die Helmhalle im Alten Eichamt
Einst erbaut, um Maß und Gewicht im Königreich in geordnete Bahnen zu lenken, dient das Alte Eichamt am Fürther Helmplatz heute einem weitaus musischeren Zweck. Der repräsentative, dreigeschossige Sandsteinbau wurde im Jahre 1907 von dem Architekten Otto Holzer in einer eleganten, reduziert-historistischen Formensprache entworfen. Mit seinem markanten Walmdach und dem feinen Reliefdekor ist das Gebäude bis heute ein stolzer Teil des Fürther Altstadt-Ensembles.
II. Ein Saal mit Weitblick und Charakter
Hoch oben, im zweiten Stockwerk dieses geschichtsträchtigen Hauses, öffnet sich uns für unser Wochenende die prächtige Helmhalle. Architektur und natürliche Idylle reichen sich hier auf bezaubernde Weise die Hand, denn das Haus ruht malerisch direkt am Ufer der Pegnitz. Wer in den Tanzpausen ans Fenster tritt, wird mit einer herrlichen, unverbauten Aussicht über die Dächer von Fürth und die weitläufigen, grünen Pegnitzauen belohnt.
Das Innere des weitläufigen Saales versprüht dabei einen ganz eigenen, unwiderstehlichen Charme. Wunderschöne alte, offene Dachbalken tragen den Raum und verleihen ihm nicht nur eine warme, einladende Atmosphäre, sondern auch eine hervorragende Akustik für die musikalische Untermalung. Die Wände ziert ein originaler Belle-Époque-Rauhputz-Stuck, der subtil von der handwerklichen Meisterschaft und der Eleganz vergangener Tage zeugt. Zugleich durchfluten die großen Fensterfronten das Parkett mit Tageslicht und schaffen eine überaus freundliche, helle und konzentrierte Lernumgebung.
III. Der vollkommene Ort für unsere Vorbereitung
Wo heute das benachbarte Heinrich-Schliemann-Gymnasium der Bewegung Raum gibt, finden wir die perfekten Bedingungen, um uns auf den Großen Ball vorzubereiten. Abseits des städtischen Trubels und umgeben vom historischen Flair des frühen 20. Jahrhunderts bietet uns die Helmhalle jenen ungestörten Rahmen, den wir benötigen, um die schwungvollen Contredanses, die anmutigen Cotillons und die feine Etikette der Regency-Zeit gemeinsam und mit viel Freude einzustudieren.
IV. Die Kunst des Tanzens:
Vom Nürnberger Trichter zur Anmut
Wenn es um die Vermittlung der historischen Tänze geht, bediene ich mich – mit einem leisen Augenzwinkern – durchaus gerne der bewährten „Nürnberger Lehrmethode“. Ganz im Sinne des legendären Nürnberger Trichters wird das Wissen in unseren Stunden förmlich in die Köpfe hineingestopft, bis es den Teilnehmern beinahe zu den Ohren wieder herauskommt. Diese intensive, bisweilen fordernde Arbeit hat jedoch einen überaus triftigen Grund: Nur wer die Figuren, Raumwege und Schritte geradezu im Schlaf beherrscht, kann am Abend des großen Balls jene Leichtigkeit und unbeschwerte Eleganz auf das Parkett zaubern, die unsere Epoche verlangt.
V. Das Woher und Warum verstehen
Dabei reicht es mir keineswegs, Ihnen lediglich eine bloße Abfolge von Schritten zu diktieren. Es ist mir ein tiefes Bedürfnis, im Unterricht stets das Woher und das Warum zu ergründen. Wir leiten die Bewegungen direkt aus der faszinierenden Tanzgeschichte ab und beleuchten die komplexen sozialen Zusammenhänge der Zeit.
Jeder Contredanse, jede feine Geste und jede symmetrische Formation war um 1800 weit mehr als nur ein vergnüglicher Zeitvertreib; es war ein exakter Spiegel der gesellschaftlichen Etikette, eine stumme, aber überaus beredte Konversation und das allerfeinste Werkzeug der galanten Annäherung. Wer diesen historischen Hintergrund versteht und verinnerlicht, der führt nicht einfach nur Schritte aus – er atmet die Geschichte.
VI. Wahres Taktgefühl und der Mut zur Begegnung
Ein weiterer, unumstößlicher Pfeiler meiner Philosophie ist das Taktgefühl, und zwar im wundervollsten, doppelten Sinne dieses Wortes. Einerseits erwarte und fördere ich den unbedingten Respekt vor der Musik, das präzise Hören und das rhythmische Einfühlen in die meisterhaften Melodien, die uns tragen. Andererseits steht das Taktgefühl für mich zwingend für das achtsame, höfliche und rücksichtsvolle Miteinander in der Tanzgasse.
Ein historischer Tanz ist niemals ein isoliertes Solo, sondern stets ein geteilter, flüchtiger Moment der Zweisamkeit und der Gemeinschaft. Deshalb lege ich allergrößten Wert darauf, dass wir uns auf dem Parkett wieder bewusst öffnen. Es gilt, den konzentrierten Blick vom Boden zu lösen, dem Gegenüber wahrhaftig in die Augen zu sehen und ein aufrichtiges Lächeln zu schenken. Erst wenn wir diesen echten Kontakt zueinander zulassen und die Scheu ablegen, erwacht das wahre Flair der Regency-Zeit zu vollem, pulsierendem Leben.